Lego-Sammler verdienen mit ihren Sets Geld, aber weniger, als viele erwarten. Wir haben die Käufe und Verkäufe von 12.931 Brickfact-Nutzern ausgewertet, die zusammen 58,6 Millionen Euro in rund 1,1 Millionen Sets gesteckt haben. Die typische Sammlung bringt 7,0 % pro Jahr. Eine kleine Gruppe kommt auf das Doppelte: Wer meist mindestens 40 % unter der UVP kauft, erzielt im Median 14,2 % pro Jahr, und nur 1,3 % dieser Sammler liegen im Minus.
Der Unterschied entsteht beim Einkauf, nicht bei der Auswahl. Bewertet man die Sets aller Gruppen zu dem Preis, den Sammler im selben Jahr üblicherweise bezahlt haben, liegen sie fast gleichauf. Die Schnäppchenjäger wählen keine besseren Sets oder Themenwelten. Sie zahlen weniger.
Dies ist die zweite Ausgabe unserer Lego-Investment-Studie. Die erste erschien 2024; was sich seitdem verändert hat, steht weiter unten.
Die wichtigsten Ergebnisse
- 7,0 % pro Jahr im Median. Die mittlere Hälfte der Sammler liegt zwischen 3,4 % und 10,8 %. 12,1 % haben bisher eine negative Rendite.
- Der Kaufpreis entscheidet. Sammler, die typischerweise mindestens 40 % unter UVP kaufen, erzielen 14,2 % pro Jahr. Bei weniger als 20 % Abschlag sind es 4,4 %.
- Gleiche Sets, anderer Preis. Zum üblichen Marktpreis bewertet, kämen alle vier Gruppen auf einen ähnlichen Gesamtgewinn zwischen +28,2 % und +29,5 %. Zur vollen UVP gekauft, lägen die Schnäppchenjäger mit denselben Sets bei −11,5 %.
- Ein ETF hätte meist mehr gebracht. Mit denselben Zahlungen in einen MSCI-World-ETF wären im Median 15,5 % pro Jahr herausgekommen. Nur 12,0 % der Sammler lagen besser. Bei den Schnäppchenjägern waren es 44,5 %.
- Weniger Schwankung, aber nur mit vielen Sets. Der geschätzte Wert einer Sammlung aus 25 Sets schwankte seit 2019 um 7,3 % pro Jahr, ein MSCI-World-ETF um 14,5 %. Ein einzelnes Set schwankt mit 22,4 % stärker als der ETF.
- Verkäufe bringen weniger, als es aussieht. Verkaufte Sets erzielten im Median +39,2 % gegenüber dem Kaufpreis. Nach 13 % für Gebühren und Versand bleiben +21,1 %, und jeder vierte Verkauf (25,6 %) endet mit Verlust.
- Rabatt ist normal. Seit 2025 kaufen Sammler Sets vor dem Produktionsende im Median 30,0 % unter UVP. Am günstigsten sind November und Dezember.
Was Lego-Sammler wirklich verdienen
Für jeden Sammler berechnen wir eine geldgewichtete Jahresrendite, den internen Zinsfuß. Grundlage sind die tatsächlichen Kaufpreise mit Datum, die Verkaufserlöse mit Datum und der geschätzte Wert der noch vorhandenen Sets am 30. September 2026. So zählt ein Set, das fünf Jahre im Regal stand, anders als eines, das erst vor drei Monaten gekauft wurde.

| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Sammler in der Auswertung | 12.931 |
| Median der Rendite pro Jahr | 7,0 % |
| Mittlere Hälfte | 3,4 % bis 10,8 % |
| 10. bis 90. Perzentil | −1,0 % bis 16,6 % |
| Mit negativer Rendite | 12,1 % |
| Mit mindestens 15 % pro Jahr | 12,3 % |
| Arithmetischer Durchschnitt | 12,3 % |
| Durchschnitt ohne extreme 5 % | 7,5 % |
| Gesamtgewinn (Median) | +25,8 % |
| Eingesetztes Geld (Median) | 1.952 € |
Der Durchschnitt von 12,3 % liegt weit über dem Median. Einige sehr hohe Einzelwerte ziehen ihn nach oben: Bei kurzen Haltedauern ergibt ein schneller Gewinn, auf ein Jahr hochgerechnet, sehr große Zahlen. Ohne die oberen und unteren 5 % sinkt der Durchschnitt auf 7,5 %. Deshalb ist der Median unser Hauptwert.
| Rendite pro Jahr | Sammler | Anteil |
|---|---|---|
| unter −10,0 % | 406 | 3,1 % |
| −10,0 % bis −5,0 % | 269 | 2,1 % |
| −5,0 % bis 0,0 % | 887 | 6,9 % |
| 0,0 % bis 5,0 % | 2.999 | 23,2 % |
| 5,0 % bis 10,0 % | 4.646 | 35,9 % |
| 10,0 % bis 15,0 % | 2.130 | 16,5 % |
| 15,0 % bis 20,0 % | 692 | 5,4 % |
| 20,0 % bis 30,0 % | 458 | 3,5 % |
| ab 30,0 % | 444 | 3,4 % |
Die Ergebnisse streuen breit, sind aber selten dramatisch. Die größte Gruppe erzielt zwischen 5 % und 10 % pro Jahr. Mehr als 10 % Verlust pro Jahr verzeichnen 3,1 % der Sammler.
Nicht das Set macht reich, sondern der Preis
Für jeden Sammler haben wir ermittelt, wie viel er typischerweise im Verhältnis zur UVP bezahlt, also den Median aller seiner Käufe. Daraus ergeben sich vier Gruppen. Die Unterschiede sind deutlich und laufen in eine Richtung: Je größer der übliche Abschlag, desto höher die Rendite.

| Typischer Kaufpreis | Sammler | Median pro Jahr | Mittlere Hälfte | Mind. 15 % pro Jahr | Im Minus | Besser als MSCI-World-ETF |
|---|---|---|---|---|---|---|
| mind. 40 % unter UVP | 715 | 14,2 % | 9,9 % bis 23,2 % | 46,3 % | 1,3 % | 44,5 % |
| 30–40 % unter UVP | 3.126 | 9,2 % | 6,7 % bis 12,3 % | 14,5 % | 2,7 % | 13,9 % |
| 20–30 % unter UVP | 4.035 | 6,8 % | 4,0 % bis 9,8 % | 9,1 % | 8,0 % | 8,9 % |
| weniger als 20 % unter UVP | 5.046 | 4,4 % | 0,5 % bis 8,3 % | 8,7 % | 22,7 % | 8,5 % |
In der Gruppe mit mindestens 40 % Abschlag erreichen 46,3 % der Sammler 15 % pro Jahr oder mehr. Wer meist weniger als 20 % unter UVP kauft, liegt in 22,7 % der Fälle im Minus. Der Abstand zwischen diesen beiden Gruppen ist größer als jeder Unterschied, den wir zwischen Themenwelten, Sammlungsgrößen oder Einstiegsjahren gefunden haben.
Kaufen die Schnäppchenjäger andere Sets?
Naheliegend wäre, dass Sammler mit hohen Abschlägen einfach andere Sets kaufen: kleine Sets, ausgelaufene Sets oder eine bestimmte Themenwelt. Das haben wir geprüft. Die Unterschiede sind gering.
| Typischer Kaufpreis | Eingesetzt (Median) | Technic | Star Wars | Icons | Sets unter 20 € UVP | Nach dem EOL gekauft | Haltedauer (Jahre) | Verkaufter Anteil | Zeitnah erfasst |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| mind. 40 % unter UVP | 1.118 € | 13,6 % | 24,6 % | 11,8 % | 6,4 % | 26,0 % | 3,4 | 10,4 % | 98,3 % |
| 30–40 % unter UVP | 2.146 € | 7,8 % | 26,9 % | 14,2 % | 6,6 % | 21,6 % | 3,2 | 11,4 % | 93,4 % |
| 20–30 % unter UVP | 2.002 € | 6,5 % | 28,7 % | 16,0 % | 6,4 % | 24,8 % | 3,7 | 6,7 % | 91,4 % |
| weniger als 20 % unter UVP | 1.936 € | 6,3 % | 27,0 % | 17,2 % | 11,7 % | 32,0 % | 3,9 | 2,6 % | 91,7 % |
Die Gruppen ähneln sich bei Themenwelten, Anteil kleiner Sets, Käufen nach dem Produktionsende und Haltedauer. Der erste erfasste Kauf liegt in allen Gruppen im Median im Jahr 2022. Fast alle Käufe der Schnäppchenjäger wurden zeitnah in Brickfact eingetragen und nicht Jahre später nachgetragen. Zwei Unterschiede gibt es: Die Schnäppchenjäger haben mehr Technic im Portfolio, eine Themenwelt mit häufig hohen Rabatten, und ihre Sammlungen sind kleiner.
Dieselben Sets zum üblichen Preis
Der entscheidende Test: Wir bewerten die Sets jedes Sammlers so, als hätte er den Preis bezahlt, den Brickfact-Sammler für dasselbe Set im selben Jahr im Median bezahlt haben. Danach bleibt nur noch die Auswahl der Sets als Unterschied übrig.

| Typischer Kaufpreis | Tatsächlicher Gesamtgewinn | Dieselben Sets zum üblichen Preis | Dieselben Sets zur UVP |
|---|---|---|---|
| mind. 40 % unter UVP | +47,5 % | +29,5 % | −11,5 % |
| 30–40 % unter UVP | +32,8 % | +28,2 % | −8,3 % |
| 20–30 % unter UVP | +25,1 % | +28,2 % | −4,3 % |
| weniger als 20 % unter UVP | +16,8 % | +29,4 % | +3,7 % |
Zum üblichen Preis liegen alle vier Gruppen zwischen +28,2 % und +29,5 %. Die Sammler mit den höchsten Abschlägen haben also keine besseren Sets gewählt. Ihr Vorsprung, +47,5 % statt +29,5 %, kommt aus dem Einkauf. Die letzte Spalte zeigt, was passiert, wenn man dieselben Sets zur vollen UVP kauft: Der Gewinn schrumpft auf Werte zwischen −11,5 % und +3,7 %.
Derselbe Zusammenhang zeigt sich, wenn man einzelne Käufe statt ganzer Sammlungen betrachtet:
| Kaufpreis im Verhältnis zur UVP | Käufe | Sammler | Medianer Wertzuwachs | Mit Verlust | Dieselben Sets zum üblichen Preis |
|---|---|---|---|---|---|
| 40–70 % unter UVP | 138.595 | 9.717 | +48,3 % | 4,2 % | +25,0 % |
| 30–40 % unter UVP | 135.596 | 10.774 | +26,3 % | 14,1 % | +21,6 % |
| 20–30 % unter UVP | 113.851 | 11.149 | +19,5 % | 27,1 % | +22,5 % |
| 10–20 % unter UVP | 62.674 | 9.996 | +15,3 % | 31,8 % | +22,7 % |
| 0–10 % unter UVP | 31.582 | 7.731 | +8,4 % | 37,4 % | +20,8 % |
| über UVP | 152.097 | 11.040 | +0,8 % | 46,6 % | +20,3 % |
Käufe mit 40 bis 70 % Abschlag haben im Median +48,3 % an Wert gewonnen, und nur 4,2 % liegen im Minus. Bei Käufen über der UVP sind es +0,8 %, und fast jeder zweite (46,6 %) liegt im Minus. Die letzte Spalte zeigt erneut: Die gekauften Sets waren in allen Preisklassen ähnlich gut.
Eine Einschränkung bleibt. Das ist eine Beobachtung, kein Experiment; wer konsequent mit hohem Rabatt kauft, verhält sich vielleicht auch sonst anders. Gegen die naheliegenden Erklärungen sprechen die Profil- und Vergleichstabellen aber deutlich.
Lego, ETF, Gold oder DAX?
Ein fairer Vergleich mit anderen Anlagen braucht dieselben Zahlungen zur selben Zeit. Wir haben deshalb für jeden Sammler durchgerechnet, was passiert wäre, wenn er jeden Euro am Kauftag in einen MSCI-World-ETF, in Gold oder in den DAX gesteckt und bei jedem Set-Verkauf denselben Betrag entnommen hätte.

| Anlage | Median pro Jahr bei gleichen Zahlungen | Sammler, die besser lagen |
|---|---|---|
| Lego-Sammlungen (tatsächlich) | 7,0 % | – |
| MSCI-World-ETF | 15,5 % | 12,0 % |
| DAX | 14,2 % | 16,6 % |
| Gold (Xetra-Gold) | 20,1 % | 8,2 % |
Im untersuchten Zeitraum lagen Aktien und Gold deutlich vorn. Das liegt auch am Zeitraum: Die meisten Käufe stammen aus den Jahren 2022 bis 2024. Danach folgten starke Börsenjahre und ein kräftiger Anstieg des Goldpreises, während sich der Lego-Markt kaum bewegte. Unsere Studie zur Lego-Marktentwicklung zeigt das an den Marktwerten: 2023 sank der geschätzte Wert im Median sogar leicht.
Der Vergleich sagt nichts darüber, ob Lego langfristig besser oder schlechter abschneidet als Aktien. Er zeigt, dass Lego für die meisten Sammler in diesen Jahren keine bessere Geldanlage war. Unter den Schnäppchenjägern schlug dagegen fast jeder Zweite (44,5 %) den ETF. Einen älteren, allgemeinen Vergleich findest du in unserem Artikel Lego im Vergleich mit Aktien und Gold; die Zahlen hier beruhen auf realen Sammlungen.
Wie stark schwanken Lego-Werte?
Der geschätzte Wert einer Lego-Sammlung schwankt deutlich weniger als ein Aktienindex, aber nur, wenn sie aus vielen Sets besteht. Für den Vergleich nutzen wir die Brickfact-Schätzwerte von 1.479 Sets, für die seit Januar 2019 fast lückenlose Monatswerte vorliegen, und stellen daraus zufällige Sammlungen mit 1, 10, 25 und 50 Sets zusammen. ETF, DAX und Gold rechnen wir ebenfalls mit Monatswerten, damit beide Seiten gleich behandelt werden.

| Anlage | Schwankung pro Jahr | Größter Rückgang (Median) | Größter Rückgang (schlechteste 10 %) |
|---|---|---|---|
| 1 Lego-Set | 22,4 % | −31,5 % | −55,1 % |
| 10 Lego-Sets | 9,6 % | −12,6 % | −19,6 % |
| 25 Lego-Sets | 7,3 % | −9,7 % | −14,9 % |
| 50 Lego-Sets | 6,3 % | −8,9 % | −12,7 % |
| MSCI-World-ETF | 14,5 % | −24,7 % | – |
| DAX | 16,7 % | −28,2 % | – |
| Gold (Xetra-Gold) | 11,6 % | −17,5 % | – |
Eine Sammlung aus 25 Sets schwankte im Median um 7,3 % pro Jahr, ein MSCI-World-ETF um 14,5 %. Ihr größter zwischenzeitlicher Rückgang lag bei −9,7 %, beim ETF waren es −24,7 % und beim DAX −28,2 %. Dazu kommt: Die Lego-Werte bewegen sich praktisch unabhängig von der Börse. Die Korrelation mit dem MSCI World liegt nahe null.
Ein einzelnes Set schwankt dagegen mit 22,4 % pro Jahr stärker als der ETF und lag im Median zwischenzeitlich 31,5 % unter seinem Höchstwert. Die Ruhe entsteht also erst durch Streuung über viele Sets.
Zwei Einschränkungen gehören dazu. Die Werte sind Schätzungen, die aus Angebotspreisen abgeleitet, gefiltert und von Tag zu Tag nur begrenzt angepasst werden. Echte Verkaufspreise schwanken stärker, und wer verkauft, zahlt Gebühren. Außerdem heißt geringe Schwankung nicht geringes Risiko: Eine Sammlung lässt sich nicht auf Knopfdruck zum Schätzwert verkaufen, und die ruhigeren Werte gingen in diesen Jahren mit einer niedrigeren Rendite einher.
Verkaufen: Was nach Gebühren übrig bleibt
3.381 Sammler haben insgesamt 62.281 Kaufposten wieder verkauft und dabei einen Verkaufspreis eingetragen. Diese Verkäufe sind realisierte Ergebnisse, keine Schätzwerte. Wir betrachten nur Sets, die versiegelt gekauft und versiegelt verkauft wurden.
| Haltedauer | Verkäufe | Sammler | Median vor Kosten | Median nach 13 % Kosten | Mit Verlust vor Kosten | Mit Verlust nach Kosten | Median pro Jahr |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| unter 6 Monate | 14.685 | 2.118 | +33,1 % | +15,8 % | 7,3 % | 29,3 % | – |
| 6–12 Monate | 8.133 | 1.272 | +38,4 % | +20,4 % | 8,4 % | 24,8 % | – |
| 1–2 Jahre | 15.090 | 1.534 | +41,0 % | +22,7 % | 8,1 % | 23,1 % | +26,4 % |
| 2–3 Jahre | 12.453 | 1.236 | +40,0 % | +21,8 % | 10,5 % | 25,8 % | +14,5 % |
| 3–5 Jahre | 10.485 | 996 | +43,4 % | +24,7 % | 11,5 % | 25,3 % | +10,4 % |
| über 5 Jahre | 1.435 | 290 | +87,7 % | +63,3 % | 8,4 % | 18,3 % | +10,3 % |
| Alle Verkäufe | 62.281 | 3.381 | +39,2 % | +21,1 % | 9,0 % | 25,6 % | – |
Im Median brachte ein Verkauf +39,2 % gegenüber dem Kaufpreis. Die eingetragenen Verkaufspreise enthalten aber meist keine Gebühren, Versandkosten oder Steuern. Ziehen wir pauschal 13 % für Marktplatzgebühren und Versand ab, bleiben im Median +21,1 %, und 25,6 % der Verkäufe enden im Minus. Mit der Haltedauer steigt der Gesamtgewinn, die Rendite pro Jahr sinkt aber: von +26,4 % bei ein bis zwei Jahren auf +10,4 % bei drei bis fünf Jahren.
Wann sich der Kauf lohnt
Bei Käufen aus den Jahren 2022 und 2023 hängt das Ergebnis stark vom Zeitpunkt im Lebenszyklus des Sets ab:
| Kaufzeitpunkt | Käufe | Sammler | Bezahlt (Median, % der UVP) | Medianer Wertzuwachs | Mit Verlust |
|---|---|---|---|---|---|
| mehr als 12 Monate vor dem EOL | 123.472 | 9.569 | 70,0 % | +11,6 % | 33,7 % |
| in den letzten 12 Monaten vor dem EOL | 115.467 | 9.124 | 72,2 % | +31,5 % | 19,8 % |
| nach dem EOL | 106.256 | 8.335 | 80,0 % | +45,5 % | 14,5 % |
Wer ein Set mehr als ein Jahr vor dem Produktionsende kaufte, hat im Median +11,6 % gewonnen, und ein Drittel dieser Käufe (33,7 %) liegt im Minus. Käufe im letzten Jahr vor dem EOL kamen auf +31,5 %, Käufe nach dem EOL auf +45,5 %. Der späte Kauf ist teurer, im Median 80,0 % der UVP statt 70,0 %, trifft aber Sets, deren Wertentwicklung schon sichtbar ist. Mehr dazu steht in unserer Studie zu Lego-Preisen nach dem EOL.
Vor dem Produktionsende ist ein hoher Rabatt der Normalfall. Seit Januar 2023 liegt der mediane Abschlag in jedem Monat zwischen 26,7 % und 31,4 %:
| Monat | Käufe | Medianer Abschlag zur UVP |
|---|---|---|
| Januar | 19.514 | 28,6 % |
| Februar | 17.920 | 30,0 % |
| März | 19.151 | 28,0 % |
| April | 15.152 | 28,3 % |
| Mai | 23.399 | 26,7 % |
| Juni | 17.668 | 28,0 % |
| Juli | 16.124 | 30,0 % |
| August | 14.501 | 28,0 % |
| September | 17.753 | 30,0 % |
| Oktober | 21.320 | 29,1 % |
| November | 21.868 | 31,3 % |
| Dezember | 9.488 | 31,4 % |
November und Dezember sind am günstigsten, der Mai am teuersten. Die Unterschiede zwischen den Monaten sind aber klein im Vergleich zum Unterschied zwischen einem guten und einem durchschnittlichen Angebot. Am meisten bringt es, erst zu kaufen, wenn der Preis stimmt. Dabei helfen dir die aktuellen Lego-Angebote und Preisalarme in der Brickfact-App.
Was Lego-Sammler besitzen
Die Hälfte des eingesetzten Geldes steckt in drei Themenwelten. Star Wars liegt mit 27,4 % klar vorn; in der Studie 2024 entfielen 26,6 % aller Käufe auf Star Wars. Die Tabelle ist eine Bestandsaufnahme und keine Kaufempfehlung. Die Spalten rechts zeigen den medianen Wertzuwachs von Käufen aus den Jahren 2022 und 2023 bis heute.
| Themenwelt | Anteil am eingesetzten Geld | Sammler | Käufe 2022–2023: Median | Käufe 2022–2023: mit Verlust |
|---|---|---|---|---|
| Star Wars | 27,4 % | 10.459 | +24,0 % | 26,0 % |
| Icons | 15,7 % | 8.444 | +13,1 % | 29,5 % |
| Technic | 7,2 % | 5.353 | +40,4 % | 12,3 % |
| Ideas | 7,1 % | 7.037 | +26,1 % | 19,5 % |
| Harry Potter | 6,8 % | 6.572 | +28,4 % | 16,9 % |
| Marvel Super Heroes | 3,5 % | 5.842 | +27,0 % | 23,3 % |
| NINJAGO | 3,0 % | 3.192 | +74,4 % | 4,4 % |
| Architecture | 2,7 % | 4.487 | +16,3 % | 28,6 % |
| Speed Champions | 2,6 % | 5.885 | +34,9 % | 15,8 % |
| City | 2,6 % | 3.441 | +35,3 % | 17,9 % |
Unter den meistbesessenen Sets sind sieben aus der Star-Wars-Reihe, überwiegend kleine und mittlere Sets. Gezählt werden Sammler, die das Set derzeit besitzen:
| Set-Nr. | Set | Sammler mit dem Set |
|---|---|---|
| 75317 | Der Mandalorianer und das Kind | 2.927 |
| 75304 | Darth Vader Helm | 2.372 |
| 75333 | Obi-Wan Kenobis Jedi Starfighter | 2.325 |
| 21319 | Central Perk | 2.283 |
| 75320 | Snowtrooper Battle Pack | 2.205 |
| 40539 | Ahsoka Tano | 2.140 |
| 75280 | Clone Troopers der 501. Legion | 2.005 |
| 21028 | New York City | 1.939 |
| 21034 | London | 1.934 |
| 75301 | Luke Skywalkers X-Wing Fighter | 1.913 |
2024 und 2026 im Vergleich
Unsere erste Studie nannte 2024 eine durchschnittliche Jahresrendite von 15,63 %. Diese Zahl war ein Durchschnitt, den wenige sehr hohe Werte nach oben ziehen. Um beide Ausgaben vergleichbar zu machen, haben wir die neuen Regeln auf den Stichtag Ende 2023 angewendet:
| Kennzahl | Studie 2024 (veröffentlicht) | Gleiche Regeln, Stichtag Ende 2023 | Studie 2026 |
|---|---|---|---|
| Median pro Jahr | 10,8 % | 9,7 % | 7,0 % |
| 25. Perzentil | 2,7 % | 1,5 % | 3,4 % |
| 75. Perzentil | 21,0 % | 19,3 % | 10,8 % |
| Mit negativer Rendite | 19,5 % | 22,0 % | 12,1 % |
| Durchschnitt | 15,6 % | 13,6 % (ohne obere/untere 5 %) | 7,5 % (ohne obere/untere 5 %) |
| Sammler | – | 11.645 | 12.931 |
Mit denselben Regeln lag der Median Ende 2023 bei 9,7 % und der Durchschnitt ohne die extremen 5 % bei 13,6 %, also nah an den Werten von 2024. Die damalige Auswertung lässt sich damit nachvollziehen. Seitdem ist der Median auf 7,0 % gesunken; der Lego-Markt hat in dieser Zeit kaum zugelegt. Gleichzeitig ist der Anteil der Sammler mit negativer Rendite von 22,0 % auf 12,1 % gefallen.
Was du daraus mitnehmen kannst
- Kaufe nicht zur UVP. Dieselben Sets, die mit hohem Rabatt gekauft gut abschneiden, bringen zur UVP gekauft kaum etwas.
- Rechne die Kosten mit. Ein Verkauf kostet schnell 10 bis 15 % des Erlöses. Erst danach weißt du, was wirklich übrig bleibt.
- Vergleiche ehrlich. In den vergangenen Jahren hätte ein breit gestreuter ETF den meisten Sammlern mehr gebracht. Lego ist ein Hobby, das oft an Wert gewinnt, aber selten ein Ersatz für eine breit gestreute Geldanlage.
- Behalte deine Zahlen im Blick. Mit dem Lego-Sammlungstracker von Brickfact siehst du, was du bezahlt hast und was deine Sets heute wert sind.
Methodik
Daten. Grundlage sind Portfolio-Transaktionen, die Nutzer selbst in der Brickfact-App oder auf der Website eintragen: Set, Datum, Anzahl, Preis pro Set und Zustand. Positive Mengen sind Käufe, negative Mengen Verkäufe. Die Daten wurden am 14. Oktober 2026 ausgelesen und umfassen Transaktionen bis einschließlich 30. September 2026. Alle Auswertungen sind anonym. Einzelne Nutzer sind nicht erkennbar, jede veröffentlichte Gruppe umfasst mindestens 50 Sammler, jede Themenwelt und jedes Set mindestens 100.
Auswahl. Berücksichtigt werden Sammler mit mindestens zehn Transaktionen, die ausschließlich in Euro erfasst haben. Ausgeschlossen werden Konten mit offensichtlichen Eingabefehlern (Mengen über 100 oder Preise über 20.000 € pro Set), Käufe für 0 € wie Geschenke oder Gratisbeigaben, Käufe unter 30 % der UVP, die häufig Eingabefehler oder Sammlungsankäufe sind, und Käufe vor 2010. Sammler, bei denen für mehr als 10 % des noch gehaltenen Bestands kein Marktwert vorliegt, entfallen ebenfalls. Es bleiben 12.931 Sammler.
Bewertung. Verkäufe werden den ältesten noch vorhandenen Käufen desselben Sets zugeordnet (First in, first out). Noch vorhandene Sets bewerten wir mit dem Brickfact-Schätzwert für versiegelte Sets: dem Median der Tageswerte im jüngsten Monat zwischen April und September 2026 mit mindestens zehn Beobachtungstagen, multipliziert mit dem eingetragenen Zustand. Die Rendite pro Jahr ist der interne Zinsfuß aller Zahlungen eines Sammlers bis zum 30. September 2026.
Vergleichsanlagen. Für den Vergleich nutzen wir die Tagesschlusskurse des iShares Core MSCI World UCITS ETF (thesaurierend, Xetra), von Xetra-Gold und des DAX. Jede Zahlung eines Sammlers fließt am selben Tag in die Vergleichsanlage oder wird ihr entnommen. Ein Sammler lag besser, wenn sein Endvermögen höher ist als das der Vergleichsanlage (Public Market Equivalent).
Schwankung. Für den Schwankungsvergleich nutzen wir Monatswerte, also den Median der Tageswerte, von Januar 2019 bis September 2026. Berücksichtigt werden Sets mit Werten in mindestens 90 % der Monate; Lücken von bis zu zwei Monaten übernehmen den letzten Wert. Je Größe ziehen wir 2.000 zufällige Sammlungen mit gleichen Anfangsgewichten und nennen den Median. ETF, DAX und Gold rechnen wir genauso aus Monatsmedianen der Tageskurse. Diese Auswahl bevorzugt etablierte Sets; sie beschreibt Schwankungen, nicht Renditen.
Kaufpreisgruppen. Die Gruppe richtet sich nach dem Median des Verhältnisses von Kaufpreis zu UVP über alle Käufe eines Sammlers. Der übliche Preis eines Sets ist der Median aller erfassten versiegelten Käufe dieses Sets im selben Kalenderjahr.
Die Auswertung ist reproduzierbar: Abfrage, Analyseskript und aggregierte Ergebnisse liegen in unserem Repository. Rohdaten einzelner Nutzer verlassen die Datenbank nicht.
Grenzen der Studie
- Selbst erfasste Daten. Die Zahlen beschreiben Transaktionen teilnehmender Brickfact-Nutzer, die ihre Sammlung freiwillig pflegen, nicht alle Lego-Käufer. Eingabefehler lassen sich nicht vollständig ausschließen.
- Geschätzte Werte. Für noch vorhandene Sets ist der Gewinn ein Buchgewinn auf Basis eines Schätzwerts, kein erzielter Verkaufserlös. Gebühren eines späteren Verkaufs sind darin nicht enthalten.
- Heutige UVP. Wir vergleichen mit der heute hinterlegten UVP. Hat Lego eine UVP nachträglich erhöht, wirkt der Abschlag älterer Käufe größer, als er damals war.
- Kosten und Steuern. Lager, Versand, Zeit und gegebenenfalls Steuern oder ein angemeldetes Gewerbe sind nicht berücksichtigt.
- Schwankung aus Schätzwerten. Die Schwankungswerte beruhen auf geschätzten Werten etablierter Sets, nicht auf Verkaufspreisen.
- Zeitraum. Die Ergebnisse gelten für die Zeit bis September 2026. Andere Zeiträume können ganz anders ausfallen.
- Keine Garantie. Vergangene Renditen sind keine Garantie für künftige Renditen. Diese Studie ist keine Anlageberatung.
Robustheit
Die Ergebnisse ändern sich kaum, wenn wir die Auswahl anders zuschneiden:
| Auswertung | Sammler | Median pro Jahr | Mittlere Hälfte | Im Minus | Besser als MSCI-World-ETF |
|---|---|---|---|---|---|
| Hauptauswertung | 12.931 | 7,0 % | 3,4 % bis 10,8 % | 12,1 % | 12,0 % |
| Nur zeitnah erfasste Käufe (≥ 80 %) | 7.863 | 7,3 % | 3,2 % bis 11,9 % | 13,7 % | 14,9 % |
| Erster Kauf ab 2022 | 7.764 | 6,8 % | 2,6 % bis 11,5 % | 16,0 % | 14,0 % |
| Mindestens 5.000 € eingesetzt | 2.748 | 8,0 % | 4,9 % bis 11,2 % | 7,1 % | 11,6 % |
Häufige Fragen
Ist Lego eine gute Geldanlage?
Für die meisten Sammler in unserer Auswertung brachte Lego einen moderaten Gewinn: 7,0 % pro Jahr im Median, und 12,1 % liegen im Minus. Ein MSCI-World-ETF hätte mit denselben Zahlungen im Median 15,5 % gebracht. Wer konsequent mit hohem Rabatt kauft, erzielt deutlich mehr.
Ist Lego weniger riskant als Aktien?
Die geschätzten Werte einer Sammlung aus vielen Sets schwanken etwa halb so stark wie ein MSCI-World-ETF und bewegen sich unabhängig von der Börse. Einzelne Sets schwanken aber stärker als der ETF, und beim Verkauf kosten Gebühren und die Suche nach Käufern Geld und Zeit. Weniger Schwankung heißt deshalb nicht automatisch weniger Risiko.
Wie viel Rabatt brauche ich?
In unseren Daten bringt jeder zusätzliche Abschlag mehr Rendite. Sammler, die meist mindestens 40 % unter UVP kaufen, erzielen 14,2 % pro Jahr, Sammler mit weniger als 20 % Abschlag 4,4 %.
Warum ist das Ergebnis niedriger als 2024?
Die Studie 2024 nannte einen Durchschnitt, den wenige Ausreißer nach oben ziehen. Mit den heutigen Regeln lag der Median Ende 2023 bei 9,7 %. Seitdem hat der Lego-Markt kaum zugelegt, und der Median ist auf 7,0 % gesunken.
Sind die Zahlen repräsentativ?
Sie beschreiben die Transaktionen teilnehmender Brickfact-Nutzer, nicht alle Lego-Käufer. Engagierte Sammler sind in dieser Gruppe vermutlich überrepräsentiert.
