Steigt der Preis eines versiegelten Lego®-Sets automatisch, sobald es nicht mehr produziert wird? Genau darauf verlassen sich viele Sammler und Investoren. Die kurze Antwort lautet: Nein, automatisch passiert das nicht.
In den Brickfact-Marktdaten ist zwar ein klares Muster zu sehen. Der Median lag zwölf Monate nach dem gespeicherten EOL-Monat 22,3 % höher, nach 24 Monaten waren es 41,0 %. Gleichzeitig zeigte fast jedes fünfte untersuchte Set nach einem Jahr noch keine positive Veränderung. Beim EOL-Jahrgang 2022 lag sogar der Median nach zwölf Monaten im Minus.
Dieser Unterschied ist wichtig: Das Produktionsende kann das Angebot verknappen. Es ersetzt aber keine Nachfrage, keinen guten Einkaufspreis und keinen realistischen Verkaufsplan.
Die ersten drei Jahre in vier Zahlen
- Nach 3 Monaten: mediane Marktwertveränderung von +6,9 %; 26,5 % der Sets lagen nicht über ihrem Wert im EOL-Monat.
- Nach 12 Monaten: Median +22,3 %; 18,8 % ohne positive Veränderung.
- Nach 24 Monaten: Median +41,0 %; 13,5 % ohne positive Veränderung.
- Nach 36 Monaten: Median +55,5 %; 10,9 % ohne positive Veränderung.
Die Medianwerte beschreiben Veränderungen der Brickfact-Marktwertschätzung für versiegelte Sets; die übrigen Prozentangaben nennen den Anteil der Sets ohne positive Veränderung. Es sind weder Verkaufserlöse noch Renditen auf deinen persönlichen Einkaufspreis.

So entwickeln sich Lego®-Marktwerte nach dem EOL
Das 25. und 75. Perzentil markieren die mittlere Hälfte der gesamten Wertveränderungen. Damit wird sichtbar, wie weit einzelne Sets auseinanderliegen. Neben dem Median der Gesamtveränderung steht die annualisierte geschätzte Wertentwicklung (CAGR): der Median der rechnerisch gleichmäßigen jährlichen Veränderungsraten mit Zinseszinseffekt. Die Diagramme zeigen weiterhin die Gesamtveränderungen.
| Abstand zum EOL-Monat | Sets | 25. Perzentil | Median insgesamt | Median pro Jahr (CAGR) | 75. Perzentil | Ohne positive Veränderung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 3 Monate | 3.101 | 0,0 % | +6,9 % | – | +18,4 % | 26,5 % |
| 6 Monate | 3.149 | +0,8 % | +11,7 % | – | +29,1 % | 23,4 % |
| 12 Monate | 3.117 | +4,3 % | +22,3 % | +22,3 % | +50,4 % | 18,8 % |
| 24 Monate | 2.836 | +13,5 % | +41,0 % | +18,8 % | +91,4 % | 13,5 % |
| 36 Monate | 2.565 | +21,7 % | +55,5 % | +15,9 % | +116,6 % | 10,9 % |
| 48 Monate | 2.218 | +34,4 % | +75,9 % | +15,2 % | +146,5 % | 6,9 % |
| 60 Monate | 1.882 | +47,3 % | +96,9 % | +14,5 % | +175,6 % | 4,9 % |
| 84 Monate | 1.509 | +67,0 % | +124,7 % | +12,3 % | +222,8 % | 2,3 % |
| 120 Monate | 695 | +79,4 % | +157,1 % | +9,9 % | +286,7 % | 2,3 % |
Für jedes Set berechnen wir (Wert im Vergleichsmonat / Wert im EOL-Monat)^(12 / Monate) − 1. Anschließend bilden wir den Median und geben ihn als Prozentwert mit einer Nachkommastelle an. Die Berechnung nutzt die ungerundeten Monatsschätzungen, nicht die gerundeten Gesamtmediane. Der Strich steht für Zeiträume unter einem Jahr, die wir nicht annualisieren. Die CAGR beschreibt weder einen tatsächlich jedes Jahr beobachteten Zuwachs noch eine realisierte Anlagerendite; Einkaufspreise, Gebühren, Lagerkosten und Inflation sind nicht berücksichtigt. Auch durch die Annualisierung werden die Stichproben nicht identisch.
Ein Beispiel zum Lesen: Bei den Sets mit ausreichenden Daten nach 24 Monaten lag die Hälfte zwischen +13,5 % und +91,4 %. Der Median von +41,0 % beschreibt also kein typisches Ergebnis, das du bei jedem beliebigen Set erwarten kannst. Die Streuung ist groß.
Auch die Zahl der Sets verändert sich zwischen den Zeitabständen. Für jeden Wert haben wir nur Sets berücksichtigt, die sowohl im EOL-Monat als auch im jeweiligen Vergleichsmonat genügend Beobachtungen hatten. Längere Vergleiche setzen außerdem ein früheres Produktionsende voraus: Ein Set, das erst vor fünf Jahren EOL ging, kann noch keine Zehnjahresbeobachtung liefern.
Was nach vier, fünf, sieben und zehn Jahren zu sehen ist
Das Muster endet nicht nach drei Jahren. 48 Monate nach EOL lag der geschätzte Marktwert im Median 75,9 % über dem Wert im EOL-Monat. Dafür standen 2.218 Sets mit ausreichenden Beobachtungen zur Verfügung. Nach 60 Monaten betrug der Median +96,9 %, ermittelt aus 1.882 Sets. Beide Angaben beschreiben die gesamte Veränderung über vier beziehungsweise fünf Jahre. Es sind weder jährliche Steigerungsraten noch Erlöse aus dem Verkauf einer Sammlung.
Wie wenig der Median allein über ein bestimmtes Set aussagt, zeigt die Streuung nach fünf Jahren: Die mittlere Hälfte der Veränderungen reichte von +47,3 % bis +175,6 %. Ein Set nahe dem unteren Quartil hatte damit eine deutlich andere geschätzte Wertentwicklung als eines nahe dem oberen Quartil. Gleichzeitig lagen 4,9 % der Sets nicht über ihrem Ausgangswert. Auch der längere Zeitraum machte also nicht jedes beobachtete Set zum Gewinner.

Nach 84 Monaten erreichte der Median +124,7 % bei 1.509 Sets. Nach 120 Monaten lag er bei +157,1 %; dafür qualifizierten sich noch 695 Sets. Diese Zehnjahreswerte betreffen Sets aus den EOL-Jahrgängen 2011 bis 2016. Sie beschreiben nicht die Zukunft heute auslaufender Sets. Die kleinere Stichprobe bedeutet auch nicht, dass alle übrigen Sets an Wert verloren hätten oder vom Markt verschwunden wären.
Nach zehn Jahren reichte die mittlere Hälfte von +79,4 % bis +286,7 %. Das 10. Perzentil lag bei +35,9 %, das 90. bei +466,3 %. Diese beiden Werte sind weder Minimum und Maximum noch ein Konfidenzintervall für den Median. Sie zeigen die Verteilung innerhalb der untersuchten Gruppe. Gerade die große Spannweite spricht dagegen, eine einzelne langfristige Prozentzahl als Kaufregel zu verwenden.
Wie sich dieselben 622 Sets über zehn Jahre entwickelten
Die große Ergebnistabelle beantwortet für jeden Zeitabstand eine eigene Frage: Was geschah mit allen Sets, die für genau diesen Vergleich genügend Daten hatten? Ihre Zeilen bilden keine unveränderte Sammlung ab. Beim Vergleich der Medianwerte vermischen sich deshalb der zeitliche Abstand und die Zusammensetzung der Stichprobe.
Um diesen Unterschied genauer zu betrachten, haben wir zusätzlich 622 Sets mit ausreichenden Beobachtungen an allen neun untersuchten Zeitabständen ausgewählt. Auch im EOL-Monat mussten genügend Preistage vorliegen. Die folgende Tabelle zeigt ausgewählte Zeitpunkte für diese feste Gruppe. Von Zeile zu Zeile bleiben dieselben Sets enthalten. Beide Mediane beziehen sich auf diese feste Gruppe. Auch die annualisierte Veränderung beginnt für jedes Set beim Wert im EOL-Monat, nicht beim vorherigen Tabellenzeitpunkt.
| Abstand zum EOL-Monat | Dieselben Sets | Median insgesamt | Median pro Jahr (CAGR) | Ohne positive Veränderung |
|---|---|---|---|---|
| 12 Monate | 622 | +39,1 % | +39,1 % | 17,2 % |
| 36 Monate | 622 | +86,0 % | +23,0 % | 5,6 % |
| 60 Monate | 622 | +113,5 % | +16,4 % | 3,4 % |
| 84 Monate | 622 | +131,4 % | +12,7 % | 2,4 % |
| 120 Monate | 622 | +150,0 % | +9,6 % | 2,4 % |
Der Unterschied zeigt sich schon nach einem Jahr: In der festen Gruppe lag der Median bei +39,1 %, in der größeren Zwölfmonatsstichprobe dagegen bei +22,3 %. Das ist kein Widerspruch. Die älteren Sets mit einer vollständigen Beobachtungsreihe bilden eine andere Gruppe. Nach zehn Jahren lag ihr Median bei +150,0 %, gegenüber +157,1 % für alle 695 Sets, die nur den einzelnen Zehnjahresvergleich erfüllen mussten.
Mit einer unveränderten Zusammensetzung entfällt eine mögliche Quelle für Missverständnisse. Repräsentativ für jedes ausgemusterte Set wird die Gruppe dadurch aber nicht: Sie enthält weiterhin ältere Sets mit ausreichend vollständigen Preisreihen. Änderungen der Nachfrage, Neuauflagen und andere Markteinflüsse werden nicht herausgerechnet. Innerhalb derselben Gruppe lagen die kumulierten Medianwerte an späteren untersuchten Zeitpunkten höher. Daraus folgt weder eine eindeutige Ursache noch ein ununterbrochener Anstieg jedes einzelnen Sets zwischen diesen Zeitpunkten.
Warum langes Halten eine andere Kalkulation verlangt
Bei langen Zeiträumen bekommen Lagerung, Zustand und Verkaufszeitpunkt für deine Entscheidung mehr Gewicht. Einen Karton zehn Jahre versiegelt und unbeschädigt aufzubewahren, benötigt Platz und Schutz vor Schäden. Solche Kosten werden von den Marktwertschätzungen nicht abgezogen. Ebenso wenig misst die Studie, wie schnell du einen Käufer zum geschätzten Wert gefunden hättest.
Hinzu kommt die Inflation: Die ausgewiesenen Marktwertveränderungen beziehen sich auf nominale Euro-Werte, nicht auf die Kaufkraft. Für einen Vergleich mit einem Sparkonto, Aktien oder einer anderen Verwendung deines Geldes müssten Zeiträume, Zahlungsflüsse, Kosten und Risiken zusammenpassen. Einen solchen Vergleich liefert diese Studie nicht.
Ziehe auch nicht einfach den Gesamtmedian nach fünf Jahren vom Gesamtmedian nach zehn Jahren ab und behandle die Differenz als Rendite der Zwischenjahre. Die Gruppen sind verschieden. Zudem entspricht die Differenz zweier Mediane nicht dem Median der individuellen Veränderungen im späteren Zeitraum. Für ein konkretes Set bleiben dein eigener Einkaufspreis und der realistisch erzielbare Nettoerlös entscheidend.
EOL ist kein Schalter für sofortige Knappheit
EOL steht für „End of Life“, also das Ende der regulären Produktion eines Sets. Der Markt wird dadurch nicht über Nacht leer. Händler können noch Bestände haben, private Verkäufer bieten ungeöffnete Kartons an und manche Sets wurden vor dem Produktionsende sehr häufig gekauft.
Am frühesten Vergleichszeitpunkt waren positive Veränderungen am wenigsten verbreitet. Nach drei Monaten lag das 25. Perzentil genau bei null. Mehr als ein Viertel der Sets hatte zu diesem Zeitpunkt keinen höheren Marktwert als im EOL-Monat.
Für dich heißt das: Ein EOL-Status ist eine Information über das Angebot, aber noch kein Kaufargument. Vor einem Kauf solltest du zusätzlich prüfen:
- Wie hoch ist der aktuelle Händlerpreis im Verhältnis zur UVP?
- Wie viele vergleichbare Sets und Neuauflagen gibt es?
- Gibt es eine erkennbare Sammlergruppe außerhalb kurzfristiger Trends?
- Wie stabil ist der bisherige Preisverlauf?
- Welche Gebühren, Versand- und Lagerkosten entstehen beim späteren Verkauf?
Unsere Auswertung testet diese Faktoren nicht einzeln. Sie zeigt, warum du sie nicht durch das Wort „EOL“ ersetzen solltest.
Der EOL-Jahrgang macht einen großen Unterschied
Ein gepoolter Median fasst viele Marktphasen zusammen. Deshalb haben wir zusätzlich betrachtet, in welchem Jahr die Sets EOL gingen. Gerade die jüngeren Jahrgänge zeigen, wie wenig sinnvoll eine feste EOL-Rendite wäre.
| EOL-Jahrgang | Sets nach 12 Monaten | Median nach 12 Monaten | Sets nach 24 Monaten | Median nach 24 Monaten |
|---|---|---|---|---|
| 2020 | 162 | +8,4 % | 165 | +24,7 % |
| 2021 | 374 | +18,2 % | 322 | +18,5 % |
| 2022 | 299 | −1,8 % | 308 | +3,9 % |
| 2023 | 283 | +10,8 % | 281 | +23,9 % |
| 2024 | 226 | +11,7 % | – | – |
Der Jahrgang 2022 ist der deutlichste Gegenbeleg zur Annahme, jedes EOL-Set steige schnell. Nach zwölf Monaten lag der Median 1,8 % unter dem Marktwert im EOL-Monat. 55,2 % der untersuchten Sets dieses Jahrgangs zeigten keine positive Veränderung. Selbst nach 24 Monaten lag der Median erst bei +3,9 %; 43,2 % lagen weiterhin nicht im Plus.
Warum 2022 schwächer ausfiel, lässt sich aus dieser Auswertung allein nicht ableiten. Dafür müssten Nachfrage, Lagerbestände, Rabatte und Produktmix getrennt untersucht werden. Wir verwenden den Jahrgang deshalb als Warnsignal, nicht als nachträgliche Erklärung.
Für 2024 zeigen wir bewusst noch keinen 24-Monats-Wert: Zum Datenstand der Studie war dieser Zeitraum nicht für einen vollständigen Jahrgang verfügbar.
Teuer ist nicht automatisch besser
Auch die UVP war kein einfacher Qualitätsfilter. Für Sets mit einer dokumentierten Euro-UVP haben wir die Veränderung nach 24 Monaten nach Preisbereich getrennt.
| Euro-UVP | Sets | Median nach 24 Monaten |
|---|---|---|
| Unter 30 € | 1.536 | +40,7 % |
| 30 bis 59,99 € | 634 | +46,1 % |
| 60 bis 119,99 € | 464 | +40,8 % |
| Ab 120 € | 176 | +35,7 % |
Die Medianwerte liegen relativ nah beieinander, während die Ergebnisse innerhalb jeder Gruppe stark streuen. Daraus folgt weder, dass kleine Sets grundsätzlich besser sind, noch dass große Sets schlechter funktionieren. Vor allem beschreibt die Tabelle die Veränderung ab dem Marktwert im EOL-Monat. Sie vergleicht nicht deinen Einkaufspreis mit dem späteren Verkaufserlös.
Ein Set mit 100 € UVP kann kurz vor EOL für 70 € im Handel liegen, während sein geschätzter Marktwert 85 € beträgt. Kaufpreis, UVP und Marktwert sind drei verschiedene Zahlen. Für eine persönliche Renditeberechnung brauchst du zusätzlich den tatsächlichen Einkaufspreis und sämtliche Verkaufskosten.
Was die Ergebnisse für Sammler bedeuten
Wenn du ein Set ohnehin behalten möchtest, ist EOL vor allem ein Signal für den Kaufzeitpunkt: Nach Produktionsende kann Nachkaufen schwieriger werden. Die Studie sagt nicht, dass du deshalb jeden Preis akzeptieren solltest.
Schau auf die konkrete Setseite statt auf den Gesamtmedian. Im Brickfact Wert-Checker findest du den geschätzten Marktwert eines versiegelten Sets und seinen Preisverlauf. Die Lego®-EOL-Liste hilft dir dabei, Sets mit erwartetem oder bereits erreichtem Produktionsende zu finden. Eine Prognose kann sich ändern; ein Händlerbestand kann länger reichen als die Produktion.
Für Sammler ist außerdem der Zustand entscheidend. Diese Studie untersucht versiegelte Sets. Gebaute Sets, beschädigte Kartons, fehlende Figuren oder vergilbte Teile gehören in einen anderen Markt und können deutlich anders bewertet werden.
Was die Ergebnisse für Lego®-Investoren bedeuten
Der wichtigste Befund ist nicht die höchste Prozentzahl, sondern die Spannweite. Nach zwölf Monaten lag das 25. Perzentil bei +4,3 %, das 75. Perzentil bei +50,4 %. Zwei Sets mit demselben EOL-Monat konnten sich also sehr unterschiedlich entwickeln.
Eine vernünftige Kalkulation beginnt deshalb vor dem Kauf:
- Kaufpreis festhalten: Die UVP ist kein Ersatz für deinen tatsächlichen Preis.
- Marktwert getrennt betrachten: Ein geschätzter Marktwert ist noch kein realisierter Erlös.
- Kosten einrechnen: Plattformgebühr, Zahlungsgebühr, Versandmaterial, Porto, Lagerfläche und mögliche Schäden reduzieren das Ergebnis.
- Liquidität prüfen: Ein hoher Marktwert hilft wenig, wenn sich für ein Set nur selten ein Käufer findet.
- Kein einzelnes EOL-Datum überbewerten: Produktionspläne und Restbestände können sich verschieben.
Die Studie misst keine realisierte Rendite. Sie sagt daher auch nicht, wie viel ein Investor nach Kosten verdient hat. Sie zeigt die historische Entwicklung einer Marktwertschätzung.
Methodik der Brickfact-EOL-Studie
Datenstand: 4. September 2026. Die Auswertung nutzt historische Brickfact-Marktwerte in Euro und den im Brickfact-Katalog gespeicherten EOL-Monat.
Ausgangspunkt waren 4.416 als EOL markierte Katalogeinträge mit einem datierten Produktionsende zwischen 2011 und 2024. Ein Eintrag mit einem zeitlich unmöglichen Lebenszyklus wurde ausgeschlossen. Für 4.415 Sets blieb damit ein plausibler EOL-Monat. Von diesen hatten 3.161 mindestens zehn beobachtete Preistage im EOL-Monat. Die endgültige Stichprobe hängt vom Vergleichszeitpunkt ab und reicht von 3.149 Sets nach sechs Monaten bis 695 Sets nach 120 Monaten.
So haben wir gerechnet:
- Mehrere Preisbeobachtungen desselben Sets am selben Tag wurden zuerst gemittelt. Dadurch erhält ein Tag mit mehreren Einträgen nicht mehr Gewicht als ein anderer beobachteter Tag.
- Für jedes Set bildeten wir den Median der beobachteten Tageswerte im EOL-Kalendermonat.
- Dasselbe Verfahren wiederholten wir 3, 6, 12, 24, 36, 48, 60, 84 und 120 Monate später.
- Ein Vergleich wurde nur aufgenommen, wenn in beiden Kalendermonaten mindestens zehn Preistage vorlagen.
- Für jedes Set berechneten wir die relative Veränderung zwischen beiden Monatswerten. Erst danach wurden Median, Perzentile und der Anteil ohne positive Veränderung über die Sets gebildet. Große und kleine Sets erhalten dabei dasselbe Gewicht.
Die Daten stammen aus der Marktpreis-Zeitreihe für versiegelte Sets. Wir haben keine Brickfact-Nutzerkonten, Portfolios oder persönlichen Transaktionen verwendet.
Für den Vergleich mit unveränderter Zusammensetzung musste jedes Set die Schwelle von zehn beobachteten Preistagen zusätzlich an allen neun Zeitabständen erfüllen. Damit blieben 622 Sets. Die große Ergebnistabelle behält ihre breiteren, je Zeitpunkt unterschiedlichen Stichproben; die feste Gruppe ersetzt sie nicht. Der Datenstand und die ursprünglichen Ergebnisse für drei bis 36 Monate bleiben in dieser erweiterten Auswertung unverändert.
Grenzen der Auswertung
- Der Marktwert ist eine Schätzung des Sekundärmarkts, kein garantierter Verkaufspreis.
- Der gespeicherte EOL-Monat ist eine Monatsangabe und kein taggenauer Zeitpunkt. Rückblickende Änderungen an Katalogdaten können historische Zuordnungen beeinflussen.
- Die Stichprobe enthält nur Sets mit ausreichenden Beobachtungen in beiden Vergleichsmonaten. Selten gehandelte Sets können dadurch unterrepräsentiert sein.
- Die neun zeitpunktspezifischen Stichproben der großen Tabelle sind nicht identisch. Die Zehnjahresstichprobe enthält EOL-Jahrgänge von 2011 bis 2016; jüngere Jahrgänge können zum Datenstand noch keine Zehnjahresbeobachtungen liefern.
- Die feste Gruppe behält dieselben Sets. Die Auswahl nach vollständigen Beobachtungen kann jedoch verzerren; sie beweist keine Ursache und beseitigt keine Unterschiede zwischen historischen Marktphasen.
- Gebühren, Versand, Lagerung, Steuern und Inflation wurden nicht abgezogen.
- Händlerpreise und UVP wurden nicht mit dem späteren Verkaufspreis verrechnet. Die UVP-Auswertung zeigt nur Preisbereiche.
- Die Analyse beschreibt Zusammenhänge. Sie beweist nicht, dass EOL allein eine Preisänderung verursacht.
Fazit: Nach EOL steigt der kumulierte Median, aber nicht jedes Set
Die je Zeitpunkt gebildeten Stichproben zeigen mediane Marktwertveränderungen von +22,3 % nach zwölf Monaten, +41,0 % nach 24 Monaten und +157,1 % nach zehn Jahren. Der Zehnjahreswert betrifft eine kleinere, ältere Gruppe und ist keine Prognose für den gesamten Katalog. Auch der zusätzliche Vergleich derselben 622 Sets zeigt höhere kumulierte Mediane an späteren untersuchten Zeitpunkten; nach zehn Jahren lag der kumulierte Median bei +150,0 %.
Genauso wichtig ist die andere Seite: 18,8 % der Sets lagen nach einem Jahr nicht über ihrem Ausgangswert. Der EOL-Jahrgang 2022 erreichte nach zwölf Monaten sogar einen negativen Median. EOL ist damit kein Renditeversprechen, sondern nur ein Teil der Analyse.
Wenn du ein konkretes Set beurteilen willst, nutze den Gesamtmedian nur als Vergleich. Der eigene Preisverlauf des Sets, dein Kaufpreis und realistische Verkaufskosten bestimmen das Ergebnis.
Häufige Fragen zu Lego®-Preisen nach EOL
Steigt jedes Lego®-Set nach EOL im Wert?
Nein. In unserer Stichprobe zeigten 18,8 % der Sets nach zwölf Monaten und 13,5 % nach 24 Monaten keine positive Marktwertveränderung. Einzelne EOL-Jahrgänge lagen deutlich unter dem Gesamtmedian.
Wie schnell steigen Lego®-Preise nach EOL?
Im Median lag die Veränderung nach drei Monaten bei +6,9 %, nach zwölf Monaten bei +22,3 % und nach 24 Monaten bei +41,0 %. Das sind aggregierte historische Werte, keine Prognose für ein bestimmtes Set.
Ist der Marktwert dasselbe wie mein Verkaufserlös?
Nein. Der Marktwert ist eine Schätzung für ein versiegeltes Set. Der tatsächliche Verkaufspreis bestimmt den Bruttoerlös; Gebühren, Versand, Zustand, Lagerung und Steuern beeinflussen das Nettoergebnis.
Beweist die Studie, dass EOL die Preissteigerung verursacht?
Nein. Die Analyse vergleicht den Marktwert im gespeicherten EOL-Monat mit den Marktwerten späterer Monate. Sie trennt Nachfrage, Rabatte, Restbestände, Neuauflagen und andere Einflüsse nicht kausal voneinander.
Wann ist der beste Zeitpunkt, ein EOL-Set zu kaufen?
Das beantwortet diese Studie nicht. Dafür müssten Händlerpreise und Rabatte vor dem Produktionsende getrennt vom späteren Marktwert untersucht werden. Ein EOL-Datum allein reicht für die Entscheidung nicht aus.

