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Lego MILS Platten: So baust du die erhöhte Basis für deine Stadt

🗓 Veröffentlicht: 
👤 Marcus
📘 Ratgeber

Eine MILS-Platte ist eine Lego-Grundplatte, die um einen Stein und eine Plate erhöht wurde. An den Ecken sitzen Technic-Steine, über die sie mit dem nächsten Modul verpinnt wird. MILS steht für Modular Integrated Landscaping System, und jedes Modul misst 32 × 32 Noppen. Am Anfang jedes Moduls steht eine 32 × 32-Grundplatte, deshalb empfehlen wir für die unterste Lage Legos Grüne Bauplatte 11023, eine pro Modul.

Die Regeln unten stammen aus der ursprünglichen MILS-Spezifikation, die das HispaBrick Magazine Anfang 2012 in seiner Ausgabe 13 zuerst veröffentlicht hat. Die Teileliste ist unser eigener Plan für ein Standardmodul. Wir haben ihn auf dem Papier ausgearbeitet und die Teilegewichte aus dem Katalog von BrickLink übernommen. Was wir zum Umbau einer Stadt schreiben, stammt aus dem Umzug unserer eigenen Gebäude auf MILS.

Unsere Empfehlung für die unterste Lage: Legos 32 × 32-Grundplatte

Grüne Bauplatte 11023

Ein MILS-Modul braucht eine Fläche von 32 × 32 Noppen, und genau die hat diese Grundplatte: 25,6 cm im Quadrat, dünn und unten flach. Lego verkauft die grüne Version seit 2022. Die Farbe ist fast egal, denn die Plates obendrauf decken sie komplett ab. Deshalb lohnt es sich auch, alte Grundplatten aus früheren Sets hier zu verwenden: Sie verschwinden unter dem Modul und kosten dich nichts extra.

Die Spezifikation erlaubt auch, die 32 × 32-Fläche aus kleineren Grundplatten zusammenzusetzen, etwa aus zwei 16 × 32 oder vier 16 × 16. Ein Beispiel aus der Spezifikation nutzt zwei lose 16 × 32-Hälften, die sich zu verschiedenen Modulen kombinieren lassen. Wenn du neu kaufst, ist eine 32 × 32-Grundplatte pro Modul die einfachste Lösung.

MILS, Technic-Rahmen oder einfache Grundplatten im Vergleich

Basis für eine Fläche von 32 × 32Höhe der Oberfläche über dem TischTeile pro ModulGewicht pro Modul (berechnet)Verbindung zum nächsten Modul
Einfache Grundplatte, zum Beispiel 11023rund 0,16 cm1rund 107 gkeine; die Gebäude werden untereinander verpinnt
MILS mit vier 16 × 16-Plates obendrauf (unser Plan)rund 1,44 cm46 plus Pinsrund 307 gTechnic-Pins durch 1 × 4-Technic-Steine
MILS mit 64 Plates 4 × 4 obendraufrund 1,44 cm106 plus Pinsrund 310 gTechnic-Pins durch 1 × 4-Technic-Steine
Vier 16 × 16-Technic-Rahmensteine (65803) auf einer Grundplatterund 1,44 cm5rund 316 gPins in den seitlichen Löchern; Lage der Löcher prüfen

Alle Höhen gelten bis zur Oberkante der Deckplates ohne Noppen, mit 3,2 mm pro Plate und rund einer halben Plate für die Grundplatte. Woher die 3,2 mm kommen, erklärt unser Ratgeber zu den Lego Stein Maßen. Die Gewichte addieren die Katalogangaben von BrickLink für jedes Teil. Die MILS-Varianten kosten mehr Teile und mehr Geld als eine nackte Grundplatte. Dafür bekommst du ein steifes Modul, Platz für Kabel und eine Bodenebene, in die du für Flüsse und Gräben hineinbauen kannst.

So ist ein MILS-Modul aufgebaut

Ein Standardmodul hat drei Lagen:

  1. Die Grundplatte. Eine 32 × 32-Grundplatte oder kleinere Grundplatten, die zusammen 32 × 32 ergeben.
  2. Eine Lage Steine. Einen Stein hoch, also drei Plates. Sie trägt die Technic-Verbinder an den Ecken und ein Raster aus Stützen für die Oberfläche.
  3. Die Oberfläche. Plates über die ganze Fläche, die die vierte Plate Höhe bilden.

Die MILS-Spezifikation legt die Standardhöhe auf eine Grundplatte plus vier Plates fest. Damit liegt der Boden rund 1,44 cm über dem Tisch, bei einer nackten Grundplatte sind es rund 0,16 cm. Erst die Steinlage macht MILS zu mehr als einer dicken Platte. Zwischen den Stützen bleibt ein Hohlraum von drei Plates Tiefe, in dem du Kabel verlegen oder einen Teich oder Graben unter das Bodenniveau setzen kannst.

Das Innere eines Moduls überlässt die Spezifikation dir. Die Oberfläche muss nur gut genug gestützt sein. Verdeckte Stützsteine dürfen jede Farbe haben, gebrauchte oder leicht zerkratzte Steine sind hier kein Problem. Das gilt auch für die Deckplates, wenn du sie mit Fliesen belegst: Was unter den Fliesen liegt, sieht niemand.

Ecken, Technic-Steine und die Verbindung der Module

Die Ecken sind der einzige Teil eines Moduls, den die Spezifikation genau festlegt:

  • Kennungsecke: Die 2 × 2 Noppen an jeder Ecke sind für einen Farbcode reserviert, der zeigt, wem das Modul gehört. Die Spezifikation empfiehlt das, schreibt es aber nicht vor. Ein 2 × 2-Stein in deiner Farbe reicht.
  • Technic-Steine: An jeder Seite sitzt direkt neben jeder Ecke ein 1 × 4-Technic-Stein. Auf einer Seite mit 32 Noppen sind das die Noppen 3 bis 6 und 27 bis 30, also acht Technic-Steine pro Modul.
  • Der Rest der Kante ist deine Sache.

Weil jedes Modul seine Technic-Steine an denselben Stellen hat, liegen die Löcher zweier Module nebeneinander genau auf einer Linie. Ein Technic-Pin durch jedes Steinpaar hält sie zusammen, sodass sie weder seitlich verrutschen noch sich voneinander abheben. Wir empfehlen ein bis zwei Pins mit Reibung pro Paar, also zwei bis vier pro gemeinsamer Seite. Manche Erbauer setzen hinter jeden 1 × 4-Technic-Stein noch einen 1 × 2-Technic-Stein mit Achsloch. Dann reicht eine Achse der Länge 4 zwei Noppen tief in jedes Modul und hält Verdrehungen besser aus als ein kurzer Pin.

Ein 1 × 4-Bogen in der Mitte jeder Seite ist ein verbreitetes Extra, steht aber nicht in der Spezifikation. Er lässt eine Lücke, durch die Kabel für Licht oder Züge von einem Modul zum nächsten laufen.

Straßen, Wege, Flüsse und Ufer an den Kanten

MILS macht nur dort Vorgaben, wo deine Module an die eines anderen Erbauers stoßen. Innerhalb deiner eigenen Anlage kannst du bauen, was du willst. An einer gemeinsamen Kante muss das Element aber an derselben Stelle und in derselben Höhe ankommen wie auf der anderen Seite:

Element an einer gemeinsamen KanteBreite an der KanteLageHöhe
Pfad4 NoppenMitte der SeiteStandard: Grundplatte plus 4 Plates
Feldweg8 NoppenMitte der SeiteStandard
Befestigte Straße16 Noppen, mit Fliesen belegtMitte der Seiteeine Plate höher als Standard
Fluss8 NoppenMitte der SeiteWasser 2 Plates über der Grundplatte, Ufer auf Bodenniveau
Meeres- oder SeeuferUferlinie trifft bei Noppe 16 auf die KanteMitte der SeiteWasser 1 Plate über der Grundplatte
HügelHangprofil an der Kanteganze Seitebis 5 Steine über der Oberfläche
BergHangprofil an der Kanteganze Seitebis 16 Steine über der Oberfläche

Für Flüsse und Seen schlägt die Spezifikation transparent-dunkelblaue Fliesen vor, für das Meer blaue Fliesen mit weißen und transparenten Details. Bei Hügeln und Bergen folgt jede Seite einem von vier Profilen: eben, langer Hang, kurzer Hang oder ganz erhöht. Zwei Module, die aneinanderstoßen, brauchen auf dieser Seite dasselbe Profil. Ein Modul, dessen vier Seiten alle zum flachen Boden passen, heißt BTM und lässt sich beliebig drehen. Eines mit Straße, Fluss oder Hang an der Kante ist ein CTM und lässt sich nicht frei drehen.

Für Kurven und Elemente, die nicht ins 32-Noppen-Raster passen, erlaubt die Spezifikation größere Gruppen von Modulen, solange ihr Außenrand in Vielfachen von 32 Noppen wieder den MILS-Regeln folgt. Gebaute Straßenmodule müssen auch nicht gleich aussehen. Wir haben die Gehwegbreite von Straßenmodul zu Straßenmodul variiert, nur die Straßenkanten an den Modulgrenzen müssen übereinstimmen.

Teileliste für ein MILS-Standardmodul

Das ist unser eigener Plan für ein flaches Bodenmodul mit einer Kabellücke an jeder Seite. Er hält sich an die Eckregeln der Spezifikation und stützt die Deckplates an jeder Fuge.

TeilTeilenummerAnzahlAufgabe im Modul
Grundplatte 32 × 3238111unterste Lage
Stein 2 × 230034Kennungsecken
Technic-Stein 1 × 4 mit Löchern37018Verbinder, zwei an jeder Ecke
Stein 1 × 4301016restliche Kante, vier pro Seite
Bogen 1 × 436594Kabellücke in der Mitte jeder Seite
Stein 2 × 230039Stützen innen, im Raster 3 × 3
Plate 16 × 16914054Oberfläche
Technic-Pin mit Reibung27802 bis 4 pro gemeinsamer Seiteverbindet zwei Module

Das sind 46 Teile pro Modul plus Pins und rund 307 g. Die inneren 2 × 2-Steine sitzen in beiden Richtungen auf den Noppen 8 und 9, 16 und 17 sowie 24 und 25. Die mittlere Reihe überbrückt die Fugen zwischen den vier 16 × 16-Plates, sodass jede Plate an ihren Rändern gehalten wird und keine Lücke unter der Oberfläche breiter als sechs Noppen ist. Wenn schwere Gebäude auf ein Modul kommen, setz darunter mehr Stützen.

Du kannst die Oberfläche auch aus 64 Plates 4 × 4 (3031) statt aus vier Plates 16 × 16 bauen. Dann sind es 106 Teile und rund 310 g pro Modul. Wir nehmen lieber die kleinen Plates: Damit lassen sich Farben für Straßen und Wiesen viel leichter abstimmen, und kleine Plates sind pro Noppe manchmal günstiger als große. Unter Fliesen spielt die Farbe gar keine Rolle.

Was eine MILS-Stadt an Teilen und Gewicht kostet

Ein einzelnes Modul wirkt überschaubar. Eine ganze Stadt summiert sich schnell. Ein Quadrat aus 4 × 4 Modulen misst 102,4 cm pro Seite, also gut einen Quadratmeter, und braucht 16 Module. Mit unserem Plan sind das:

  • 16 Grundplatten 32 × 32
  • 64 Plates 16 × 16 (oder 1.024 Plates 4 × 4)
  • 128 Technic-Steine 1 × 4
  • 256 Steine 1 × 4 und 64 Bögen 1 × 4
  • 208 Steine 2 × 2
  • rund 4,9 kg Lego

Jedes Modul bedeckt seine Fläche doppelt: einmal mit der Grundplatte und einmal mit den Deckplates. Dazu kommen die Steine dazwischen, und genau das ist der größte Kostenpunkt von MILS. Die Preise für Plates ändern sich zu oft, um sie hier zu nennen. Vergleich deshalb BrickLink und Legos Pick a Brick Teil für Teil, bevor du bestellst. Als wir Plates und Fliesen verglichen haben, war BrickLink deutlich günstiger, prüf es für deine eigene Liste aber noch einmal. Alte Grundplatten und übrige Steine für die verdeckten Lagen drücken die Kosten weiter.

Modulare Gebäude und große Sets auf MILS stellen

Die wichtigste Lehre aus unserer eigenen Stadt: Entscheide dich für MILS, bevor die Stadt wächst. Fertige Gebäude nach und nach auf Module umzuziehen, ist mühsam. Solange einige Gebäude noch auf einfachen Grundplatten stehen, liegen ihre Gehwege vier Plates tiefer als die auf MILS.

Es gibt zwei Wege, ein Gebäude auf ein Modul zu bringen:

  • Obendrauf stellen. Ein modulares Lego-Gebäude behält seine eigene Grundplatte und steht auf der Oberfläche des Moduls. Das geht schnell, aber das Gebäude ist nicht mit dem Modul verbunden, und durch die Oberfläche lassen sich keine Kabel hineinführen.
  • Das Erdgeschoss auf das Modul umbauen. Du nimmst das Gebäude von seiner Grundplatte und baust die erste Lage direkt auf die Plates des Moduls. Das dauert länger, dafür sitzt das Gebäude fest und Kabel kommen aus dem Hohlraum der Steinlage nach oben.

Sets, die sich aufklappen lassen, wie manche Burgen, sind ein Sonderfall. Fest auf einem Modul verlieren sie ihr Scharnier. Zugeklappt stehen ihre Mauerteile außerdem nicht auf parallelen Noppenreihen, du brauchst also einen Adapter oder einen eigenen Unterbau.

Alternativen zu MILS

MILS ist nicht der einzige Weg zu einer Stadtbasis und nicht immer der beste:

  • Einfache Grundplatten. So plant Lego selbst seine modularen Gebäude: Jedes steht auf seiner eigenen Grundplatte, und die Gebäude werden mit Technic-Pins verbunden. Das ist die günstigste und niedrigste Lösung, aber die Grundplatten selbst sind nicht verbunden und rutschen leicht auseinander.
  • Technic-Rahmensteine. Der 16 × 16-Technic-Stein mit Löchern (65803) ist 1⅓ Steine hoch, also genau vier Plates. Vier davon auf einer 32 × 32-Grundplatte erreichen die MILS-Standardhöhe mit nur fünf Teilen und rund 316 g pro Modul. Ob seine seitlichen Löcher mit den 1 × 4-Technic-Steinen eines Standardmoduls fluchten, haben wir nicht geprüft. Teste die Passform, bevor du beide Arten in einer Anlage mischst.
  • Rahmen aus dem 3D-Drucker. Gedruckte MILS-Rahmen im Format 16 × 16 gibt es als kostenlose Dateien. Wir haben sie nicht ausprobiert, und weil es keine Lego-Teile sind, hängt die Passform vom Drucker und von der Datei ab.

Wenn du allein baust und deine Stadt nie bewegst, reichen einfache Grundplatten vielleicht aus. MILS lohnt sich, wenn Module zu Ausstellungen reisen, wenn du Gelände unter das Bodenniveau bauen willst oder wenn du eine Anlage mit anderen Erbauern teilst.

Häufige Fragen zu Lego MILS

Wofür steht MILS?

Für Modular Integrated Landscaping System. Das ist ein Baustandard des HispaBrick Magazine für Landschaftsmodule, die verschiedene Erbauer zu einer gemeinsamen Anlage zusammensetzen können.

Wie hoch ist eine MILS-Platte?

Ein Standardmodul besteht aus einer Grundplatte plus vier Plates: ein Stein und eine Plate auf der Grundplatte. Die Oberfläche liegt ohne Noppen rund 1,44 cm über dem Tisch. Befestigte Straßen liegen eine Plate höher.

Wie viele Teile braucht ein MILS-Modul?

Unser Plan kommt mit vier 16 × 16-Plates obendrauf auf 46 Teile plus Pins, mit 4 × 4-Plates auf 106 Teile. Mit vier 16 × 16-Technic-Rahmensteinen sind es nur fünf Teile, prüf aber vorher, ob sie zu Standardmodulen passen.

Passen modulare Lego-Gebäude auf MILS?

Ja. Ein modulares Gebäude auf 32 × 32 Noppen bedeckt genau ein Modul. Du kannst es mit seiner eigenen Grundplatte daraufstellen oder sein Erdgeschoss auf das Modul umbauen, dann sitzt es fester.

Wie es weitergeht

Wie du die Stadt rund um deine Module planst, zeigt unser Ratgeber Lego eigene Stadt planen und bauen. Wenn du noch das erste Gebäude für deine Module suchst, vergleicht unser Ratgeber welches modulare Lego-Gebäude zuerst Stellfläche und Budget. Begriffe wie Baseplate, Fliese und Noppe erklärt unser Lego Glossar.

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